Wie kam Ihnen die Idee?

 

Ich wollte einen richtig guten Regionalkrimi schreiben, der mitten aus dem echten

Leben kommt. Und da der Lehrerberuf bzw. schulische Ereignisse oftmals einem

Krimi ähneln und viel Stoff bieten, habe ich diese Erfahrungen lebendig in diesem

Erstlingsroman verarbeitet. Ein fesselnder Krimi aus den Untiefen des alles

andere als biederen Schulmilieus!

 

 

Gab es einen konkreten Auslöser?

Da ich bei München wohne, spielt der Krimi hier mit all den dunklen Seiten des wohlhabenden und als versnobt geltenden Südens. Der Leser kann sich selbst sein Bild machen. Ein Roman ist natürlich kein 1:1-Tatsachenbericht, sondern reine Fiktion. Dennoch könnte er genauso überall im Münchener Raum spielen, weil das bayerische Schulsystem - in der Großstadt bzw. im Speckgürtel nochmals viel stärker als auf dem Lande - als besonders leistungsorientiert bekannt ist, mit all den bekannten Folgeerscheinungen.

 

 

Inwiefern liegt Ihnen das Thema am Herzen?

 

Der Stoff resultiert aus meiner Überzeugung, dass unser aktuelles Schulsystem rückständig ist, an der Realität vorbeigeht und die moderne Welt bzw. die Lebenswirklichkeit heutiger Jugendlicher nicht adäquat abbildet. Unterrichtet werden sie nicht selten von Personen, die mit falschen Vorstellungen und aus fragwürdigen Motiven heraus Lehrer wurden, die zum Teil leider Machtpositionen missbrauchen und pädagogischen Dilettantismus absolut setzen – daraus resultieren mit unter Tragödien und Leiden auf beiden Seiten, die sich aufschaukeln können: Versagens- bzw. Verlustängste, Burnout und Frustration sind mögliche Folgen. Fruchtbare positive Lernerfahrungen und innere Motivation – beides wichtige Säulen jugendlicher Entfaltung – sind unter diesem Doppeldruck schwierig möglich. In dem Krimi beschreibe ich ganz verschiedene schultypische Charaktere. (Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind rein zufällig). Ganz wichtig ist mir aber auch zu sagen, dass ich sowohl als Schüler als auch als Lehrender viele fantastische Pädagogen – im Wortsinne – kennen lernen durfte, denen ich vieles verdanke und die mich geprägt haben. Ihnen gilt mein ganz spezieller Dank, sie sind meine Hoffnung für die Zukunft!

©   Hermann Ehmann, 2019